Taktile Wahrnehmung

Die taktile Wahrnehmung ist sozusagen der Tastsinn, das heißt, der Fahrer spürt den Unfall. Jeder Mensch hat an seiner Hautoberfläche Mechanorezeptoren die Reize wie z.B. Druck, Temperatur, Vibration über Nervenfasern an das Gehirn weiterleiten.

Für die taktile Wahrnehmung muss vorausgesetzt sein, dass der Unfall eine wahrnehmbare Bewegung hatte. Durch den Zusammenstoß eines Fahrzeuges mit einem anderen Fahrzeug entsteht meist ein Ruck und ein unfallbedingter Fahrtwiderstand, welcher auf die Insassen übertragen wird. Umso mehr das Fahrzeug beschleunigt, desto größer wird der Ruck der bei einem Zusammenstoß entsteht. Ein Fahrtwiderstand tritt meistens auf, wenn ein Fahrzeug an einem anderen Fahrzeug lang streift, was am häufigsten der Fall beim Parken ist. Ein Fahrtwiderstand erschwert die Fahrtbewegung und ist somit bemerkbar für den Fahrzeugfahrer.

Jedoch können die Kleidung der Insassen und die Sitzpolsterung des Fahrzeuges einen Unterschied bei der Stärke der unfallbedingten Bewegungen machen d.h. trägt die Person eine dicke Winterjacke und sitzt in einem komfortablen Sitz kommt weniger Unfallbewegung bei dem Fahrer an als bei einem Fahrer mit dünner Jacke und einfachem Sitz. Zusätzlich können durch Unebenheiten des Untergrunds und eine Bremsung unfallbedingte Beschleunigungen und Rucke überlagert werden.

Die taktile Wahrnehmung hat bei Beurteilungen von Unfällen die größte Bedeutung, da durch eine Auswertung der entstandenen Beschädigungen und Kontaktspuren an den am Unfall beteiligten Fahrzeugen, die Beschleunigung und der daraus entstandene Ruck zum Zeitpunkt des Unfalls ermittelt werden können. Dadurch kann unter Berücksichtigung der Kleidung und des Fahrzeuges des Unfallverursachers festgestellt werden, ob der Fahrer den Unfall bemerkt hat oder nicht.