Optische Wahrnehmung

Das Sehfeld des Menschen ist auf einen kleinen Bereich beschränkt.

  • Temporal etwa 100 Grad
  • Nach unten etwa 70 Grad
  • Nach oben etwa 60 Grad

Durch dieses Sehfeld ist nicht gewährleistet, dass der Mensch alles in seinem Umfeld sieht. Menschen sehen nur in ihrem Gesichtsfeld scharf, der Rest dient nur zur Orientierung und ist unscharf d.h. wenn man gerade ausguckt, sieht man alles was rechts und links passiert unscharf. Im Alter verringert sich der Wert des Gesichtsfeldes (ein Jugendlicher hat ein Gesichtsfeld von 175 Grad, eine ältere Person ein Gesichtsfeld von nur ca.139 Grad). Ist die Person übermüdet oder in extremen Stress blendet das Gehirn Sachen, die im äußeren Bereich des Gesichtsfeldes passieren, aus.

Bei leichten Unfällen, die beim Ausparken passieren, kann es sein, dass der Unfallverursacher den Unfall nicht mitbekommt. Dazu kann es kommen, da der Fahrer auf mehrere Sachen gleichzeitig achten muss. Der Fahrer muss mehrere verschiedene Kopfdrehbewegungen und Blickwechsel machen, um zu sehen, wie viel Rangierraum ihm zur Verfügung steht. Dazu kommt, dass auch wenn der Fahrer in den Rechten Außenspiegel guckt, nicht gewährleistet ist, dass er alles sehen kann, was am Heck seines Autos passiert z.B. sind Schäden auf Stoßstangenhöhe für den Fahrer im Außenspiegel nicht ersichtlich. Zusätzlich gibt es Sichtbehinderungen, die die optische Wahrnehmung eingeschränkt oder sogar verhindert haben könnten.

  • Konstruktive Sichtbehinderungen: z.B. Spoiler, Pfosten, Heckrollo, Konturen des eigenen Fahrzeugs
  • Temporär vorhandene fahrerspezifische Sichtbehinderungen: z.B. Alkohol, Drogen, Medikamente, Krankheiten
  • Temporär vorhandene fahrzeugspezifische Sichtbehinderungen: z.B. Ladung, beschlagene Scheiben, vereiste Scheiben, zugeschneite Scheiben

Der Fahrer könnte jedoch die extreme Annäherung der beiden Fahrzeuge erkennen, wenn er in den Außenspiegel guckt. Zudem könnte der Fahrzeugfahrer beim Anstoßen des anderen Fahrzeugs ein „wackeln“ des anderen Fahrzeuges wahrnehmen. Dies ist aber nur möglich, wenn der Fahrer im Moment des Anstoßes das andere Fahrzeug im Blick hat. Da oftmals nicht nachgewiesen werden kann, ob der Unfallverursacher gesehen hat, dass er sich einem anderen Fahrzeug gefährlich genähert und es letztendlich sogar angestoßen hat oder nicht. Ist die optische Wahrnehmung bei der Beurteilung von Leichtkollisionen wenig aussagekräftig.