Akustische Wahrnehmung

Ein Mensch mit normalen, uneingeschränkten Hörvermögen nimmt Geräusche ab 10 Dezibel (z.B. Atmen, raschelnde Blätter) wahr. Man kann einige Geräusche ihrem Schallpegel zuordnen, um sich besser vorstellen zu können wie sich die Dezibel im Menschlichen Ohr anhören.

  • 30 Dezibel sind vergleichbar mit Flüstern
  • 50 Dezibel sind vergleichbar mit Regen oder Kühlschrankgeräuschen
  • 65 Dezibel sind vergleichbar mit einem Motorgeräusch eines Autos
  • 85-90 Dezibel sind vergleichbar mit einem Geräusch, was bei einem Unfall entsteht
  • 90 Dezibel herrschen ungefähr in einem Auto, wenn die Fenster geschlossen sind und das Radio und die Klimaanlage auf mittlerer Stufe eingestellt sind
  • 110 Dezibel sind vergleichbar mit lauter Discomusik
  • Die Schmerzgrenze des menschlichen Ohres liegt bei ca. 120-140 Dezibel, also vergleichbar mit einem Düsenjäger in 15m Entfernung.

Eine Erhöhung um 10 Dezibel hört sich für das menschliche Ohr an, wie eine Verdopplung der bestehenden Lautstärke z.B. kommt dem menschlichen Ohr eine Verkehrsbelastung mit 65 Dezibel doppelt so laut vor, wie eine Verkehrsbelastung von 55 Dezibel.

Akustische Wahrnehmungen des menschlichen Ohres können in geschlossenen Räumen zusätzlich beeinträchtigt werden z.B. durch geschlossene Fenster in Wohnräumen oder in Fahrzeugen. Zusätzlich können Klimaanlagen, Musik oder Baustellengeräusche das Hörvermögen des menschlichen Ohres beeinflussen, sodass der Mensch die Geräusche außerhalb nicht mehr vollständig wahrnimmt. Es gibt eine Faustregel für die Beeinträchtigung des Hörens in Fahrzeugen. In einem Kleinwagen kann man bei geschlossenem Fenster davon ausgehen, dass es einen Unterschied von 15 Dezibel im Auto im Gegensatz zu draußen gibt (wenn draußen 65 Dezibel sind, sind im Auto nur noch ca.50 Dezibel zu hören). In einem höherklassigen Auto sind Dezibel Unterschiede bis zu 30 Dezibel möglich.

  • Das heißt, wenn man mit einem höherklassigen Auto ein anderes Fahrzeug anstößt, erzielt das im Außenraum ein Anstoßgeräusch von ca.85dB. Sind die Fenster geschlossen, kommen im Auto jedoch nur noch ca.55dB an. Hat die Person zusätzlich die Klimaanlage und das Radio laufen, kann es sein, dass das Anstoßgeräusch nicht wahrgenommen wird.

Dazu kommt, dass im Alter das Hörvermögen abnimmt und es Menschen gibt, die mit einem schlechten Gehör geboren werden. Um zu wissen, wie viel Hörvermögen bei einer Person besteht, muss diese zum Arzt gehen. Dieser ermittelt dann mit Hilfe von Boenninghaus- Röser- Tabellen den prozentualen Hörverlust. Für diese Tabellen werden beide Ohren einem Sprachaudiogramm oder Tonaudiogramm unterzogen, oftmals werden auch beide Audiogramme gemacht, da man das Tonaudiogramm für medizinische Fragen braucht und das Sprachaudiogramm für soziale Fragen z.B. für den Grad der Behinderung. Nachdem diese Audiogramme fertig gestellt sind, kann der Arzt erkennen, wie hoch der prozentuale Hörverlust ist.